Bleibt in mir und ich in euch. (Johannes 15.4)
Der Gottesdienst mit unserem Apostel Matthias Pfützner beginnt an diesem sonnigen Sommersonntag am Nachmittag um 15.00 Uhr. Und es ist schon recht warm in der Kirche. Der Apostel versteht, wenn jemand denkt „mach es kurz bitte“. Dann stellte der Apostel die Frage „Bist du hier, weil du willst, oder bist du hier, weil du musst?“ Wer da ist, weil er glaubt er muss hier sein, für den ist die Predigt nicht. Wer kommt, weil er muss, erwartet, dass es schnell vorbei ist. Doch sind in diesem Gottesdienst eine Taufe, eine Versiegelung, heiliges Abendmahl und eine Ruhesetzung vorgesehen. Wird schwierig, das kurz zu halten. Manchmal tut uns eine heilsame Unterbrechung gut.
Das Bibelwort stammt aus dem Bild das Jesus zeigte, vom Weinstock und den Reben. Wörtlich übersetzt heisst das Wort „Bleibt in mir, dann bleibe ich auch in euch“. Wenn wir nicht in Jesus bleiben, kann Jesus nicht in uns bleiben.
Was passiert, wenn du in Jesus bist? Der Apostel nimmt das Bild vom Baden in einem See. Wenn du eintauchst, dann bist du in deinem Element, du bist mittendrin, du fühlst dich wohl. Man will gar nicht mehr aus dem Wasser. Wer in Jesus ist, hat Frieden, fühlt sich geborgen, bekommt Hoffnung und Sicherheit, hat keine Angst mehr, weil er beschützt ist. Wer in Jesus ist, wird gelassen und vertrauensvoll.
Was ist, wenn Jesus in uns ist? Aus den Empfindungen (Frieden, Geborgenheit, Zuversicht, Gelassenheit, Sicherheit, Hoffnung) entsteht etwas. Plötzlich weisst du, was du zu tun hast. Du bekommst für dein Leben Klarheit. Du hast für dein Leben eine klare Orientierung. Du entdeckst den Sinn in deinem Leben.
Priester Ernst Gähler wurde in diesem Gottesdienst in den Ruhestand gesetzt. In seinem letzten Mitdienen hat er darauf hingewiesen, dass wenn du im Gottesdienst bist, dann hast du die Verbindung zu Jesus, dann hast du dieses Liebesgefühl und dann bist du sicher, dass du richtig liegst. Aber wenn der Alltag da ist, dann kann schnell der Zweifel kommen. Dann wollen wir kämpfen bis wir wieder die Verbindung zu Jesus haben. Auch wenn nun der Ruhestand kommt, ich bleibe dabei!
Der Bezirksvorsteher Andreas Schachtner hat darauf hingewiesen, dass jede Lebensphase neue Ansprüche an uns stellt und wir bereit sein müssen zu lernen. In Jesus bleiben heisst nicht stehenbleiben. Wir bleiben in Jesus, aber wir wollen in Bewegung bleiben und immer wieder dazu lernen.
Der Apostel hat bemerkt, dass es etwas Aussergewöhnliches ist, wenn in einem Gottesdienst gleich alle drei heiligen Sakramente gefeiert werden, welche in unserer Kirche gespendet werden. So durfte eine Glaubensschwester durch den Apostel mit Wasser getauft und gleich darauf mit einem Kind die Geistestaufe erhalten. Dann kam für die ganze Gemeinde die Feier des heiligen Abendmahles.
Bericht und Fotos: Juerg Hauser Gemeinde Wil SG